Ohne Vorprojekte nach S/4
Vielen SAP-Bestandskunden steht die Transformation auf SAP S/4 Hana noch bevor. Unterdessen investieren sie viel Zeit und Geld in Vorprojekte, die den Umstieg erleichtern sollen. Dazu zählen insbesondere Projekte zur Archivierung und Datenbereinigung sowie zur Einführung der Hana-Datenbank und des neuen SAP-Hauptbuchs (SAP New General Ledger), aber auch die Anpassung der bisherigen Kunden- und Lieferantendaten an die Struktur des neuen Business-Objekts Geschäftspartner (GP).
Der blinde Fleck
So gerechtfertigt die Vorprojekte für sich allein betrachtet auch sein mögen, blenden sie alle ein zentrales Problem aus: das, was nach der abgeschlossenen Transformation mit den Legacy-Daten und -Systemen geschehen soll. Das ist der blinde Fleck, der den Nutzen dieser Projekte grundsätzlich infrage stellt. Es scheint fast so, als hätten sich viele SAP-Bestandskunden damit abgefunden, ihre Altsysteme nach dem Umstieg auf die S/4-Welt weiterzubetreiben und ihre Altdaten, deren Struktur aus gesetzlichen Gründen teilweise für Jahrzehnte nicht verändert werden darf, in Archiven zu lagern. Letzteres bedeutet aber, dass auch die Legacy-Systeme so lange weiterlaufen müssen, weil sich die archivierten Daten nur mit ihnen aufrufen und anzeigen lassen.
Das bedeutet mittel- und langfristig einen erheblichen Mehraufwand bei den Betriebskosten. Außerdem fallen Legacy-Systeme irgendwann aus der Wartung und lassen sich nicht mehr patchen – zur Freude der Cyberkriminellen und -spione. Schließlich können viele Altsysteme schon heute nicht die Anforderungen aktueller Datenschutzbestimmungen erfüllen, was auf Dauer zu einem unkalkulierbaren Rechtsrisiko führen kann. Außerdem ist in diesem Szenario SAP-Nutzern der unmittelbare Zugriff auf Legacy-Daten weitgehend oder ganz verwehrt. Das stellt ein nicht zu vernachlässigendes Risiko für die Produktivität und Qualitätssicherung in den Unternehmen dar.
Transformation ohne Legacy
SAP-Bestandskunden sollten deshalb einen radikal neuen Ansatz wählen, der nicht nur den blinden Fleck beseitigt, sondern auch die vermeintlich notwendigen Projekte überflüssig macht. Dieser Ansatz besteht darin, den kompletten Lebenszyklus von Legacy-Daten bis zu ihrer endgültigen und rechtssicheren Löschung separat, das heißt losgelöst von den Altsystemen und -applikationen, zu managen und mit dem Lebenszyklusmanagement der Zielanwendungen und -systeme einer SAP-S/4-Hana-Landschaft zu synchronisieren. Nötig ist dafür eine Plattform, auf der sich sämtliche Altdaten von SAP- und Non-SAP-Systemen rechtssicher aufbewahren und löschen lassen, die aber gleichzeitig alle Möglichkeiten zur Weiterbearbeitung dieser Daten wie ihre Reduktion, Selektion, Optimierung und Transformation über das Migration Cockpit der SAP und den Application Layer bietet, die mit S/4 integriert ist und Legacy-Daten on the fly und automatisch an die neuen Datenstrukturen wie zum Beispiel die des Business-Objekts GP anpasst und in SAP Fiori und SAP GUI anzeigt, als ob sie in S/4 erzeugt worden wären; durch dieses „Technical Structure Mapping“ genannte Verfahren lassen sich außerdem aktuelle Bewegungsdaten mit historischen anreichern und etwa abgeschlossene wie noch nicht komplett abgeschlossene Aufträge vollständig in SAP S/4 Hana anzeigen, die sämtliche Metadaten zur abzulösenden SAP- und Non-SAP-Landschaft auf Knopfdruck in einem Transformation-Cockpit erfasst und speichert sowie jeden Projektschritt dokumentiert und weiß, welches Altsystem die Unternehmen stilllegen und entsorgen können, die dieses Wissen in aggregierter Form mit Enterprise-Architecture-Tools und Application-Lifecycle-Management(ALM)-Lösungen teilen kann und die dafür nötige Integrationsfähigkeit mitbringt, die auf Knopfdruck und im Turboverfahren sämtliche Legacy-Daten aus ERP-Systemen, ADK-Archiven und Dokumentenmanagementsystemen (DMS) über den Application Layer extrahiert.
Der Vorteil einer solchen Plattform für SAP-Bestandskunden ist dreifach: Erstens analysiert und managt sie den kompletten Lebenszyklus sämtlicher Legacy-Daten. Zweitens bietet sie alle erforderlichen Funktionalitäten für die rechtssichere Aufbewahrung und Analyse, Qualitätsoptimierung sowie selektive Transformation und Migration dieser Daten nach S/4. Dadurch löst sie drittens das Problem der Altanwendungen und -systeme ein für alle Mal und macht aus jedem Brownfield- ein Greenfield-Projekt. Die Plattform, die das möglich macht und im Zusammenspiel mit dem One Click Transformation Cockpit JiVS OCC die Potenziale zur Datenoptimierung schon in den frühesten Projektphasen aufzeigt, hat einen Namen: JiVS IMP.